Das Regiment „Normandie-Njemen“ auf einem Flugplatz in Stuttgart

Ein Bild – eine Geschichte

Wir sind in Stuttgart, im Jahr 1945. Vergessen wir zunächst dieses Hors-champ, um zu verstehen, wie diese Fotografie dem Regiment „Normandie-Njemen“ gedenkt, der erfolgreichsten Jagdgrupppe der französischen Luftfahrt, deren erste Siege auf April 1943 zurückgehen und deren letzte sich genau zwei Jahre später ereignen.

©BEZIAU/SCA/ECPAD/Verteidigung/1945
 

Die gesamte Zusammensetzung dieses Bildes trägt zur Betonung der außergewöhnlichen Dynamik dieser Einheit bei.  1942 vom General de Gaulle gegründet und drei Monate später 250 km nördlich von Moskau zur Unterstützung der Roten Armee niedergelassen, stellt sie an dieser weit entfernten Front das freie Frankreich dar.  Es wird also diesen Freiwilligen (21 von den 97 Piloten werden „Kameraden der Befreiung“) die Ehre erwiesen, aber auch der Militärallianz, die unser Regiment durch seinen Namen illustriert. Sie stellt die Verbindung der Normandie und des russischen Flusses Memel (russisch: „Njemen“) dar, die sich aus den schrecklichen Kämpfen in der Normandie und dem Überschreiten der Memel gen Westen, aber auch dem Willen Stalins ergibt, den Mut der Flieger durch diese neue Bezeichnung zu unterstreichen. So vereinigen also die Siege die französischen Soldaten und das mit Stern und Blitz geschmückte sowjetische Jak-Flugzeug, das die Piloten selbst für ihre Mission ausgesucht haben.

 

Die drei Soldaten auf unserem Foto stellen durch ihre Haltung ihre verschiedenen Funktionen dar: die ruhige Haltung des Piloten, Leutnant Robert Marchi, vor dem Abflug und daneben die interessante, fast mechanische Artikulation der beiden sowjetischen Soldaten, die mit den technischen Vorbereitungen der Maschine beschäftigt sind.

 

Der Ort, an dem die Aufnahme gemacht wurde, nämlich der Flugplatz Stuttgart, erinnert auch daran, dass das Regiment „Normandie-Njemen“ im November 1944 die erste auf deutschem Boden stationierte französische Einheit war.

 

Die Gesellenbruderschaft zwischen Männern, aber auch zwischen Mensch und Maschine, wird hier sehr schön verkörpert. Stalin begrüßt diese Synergie und schenkt den französischen Piloten anlässlich ihrer Rückkehr nach Frankreich die „Jaks“