Das Taubengramm

 

Beim so genannten Taubengramm handelt es sich um eine per Mikrofilm verkleinerte Fotografie einer Nachricht, die per Brieftaube übermittelt wird.
 
Die Geschichte dieser Technik beginnt im Krieg von 1870 während der Belagerung von Paris.

 

 

Am 7. Oktober 1870 verlässt der Innenminister Léon Gambetta Paris im Heißluftballon. Seine Fahrt führt ihn nach Tours und dann nach Bordeaux.
 
Am 4. November werden die ersten Depeschen per Brieftauben versendet. 300 Tauben (manche Quellen gehen auch von 409 Tauben aus) werden in Vogelkäfigen per Heißluftballon verladen. Die meisten Tauben gehören einigen wenigen Pariser Bürgern, die als überzeugte Patrioten die Tauben für militärische Zwecke zur Verfügung stellen.
 
 
Quellen: www.philatelistes.net

 

Pigeongramme sur collodion (support transparent fabriqué à base de nitrate de cellulose, d'éther et d'alcool). Source : Musée colombophile Crespin

 

 

 

Nach ihrer Ankunft in Tours und Bordeaux werden sie mit kleinen Behältern ausgestattet, die wiederum mit 3 bis 4 cm großen Mikrofilmen aus Kollodium bestückt wurden (transparentes Gewebe auf der Basis von Nitrozellulose, Äther oder Alkohol). Die Tauben wurden dann möglichst nahe von Paris freigelassen, mit dem Ziel, ihren Heimatschlag in Paris wiederzufinden. Es gelang jedoch nur ungefähr 50 Tauben, diese Mission zu erfüllen. Bei ihrer Ankunft wurden die Kollodiumfilme zwischen zwei Glasplatten gelegt und dann mithilfe einer so genannten Wunderlampe auf eine große Leinwand projiziert. Die Texte wurden dann sorgfältig abgeschrieben und den verschiedenen Empfängern zugestellt.

 

 

Sources : www.philatelistes.net